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Letzte Aktualisierung:
20. Juli 2000

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Die Macht der Worte
20.7.2000
Abrafantasien
Nach 25 Jahren fangen die Abrafaxe - kurz vor ihrem Debüt auf der großen Leinwand - an zu sprechen; die Universal Music Company hat unter dem Karussell-Label insgesamt sechs Hörspiele auf CD und MC herausgegeben, die auf Motiven der Griechenland/Ägypten-Serie basieren. Dabei wird die Handlung zum überwiegenden Teil so wiedergegeben, wie sie aus den Heften bekannt ist (Inhaltsangaben unter Datenbank: ABRAFAXE-Hörspiele und -Videos).
Hörspiel Einige dramaturgische Änderungen sind der Straffung des Geschehens geschuldet, z.B. agieren die Abrafaxe in den beiden letzten Episoden zu dritt, während in den Comics Brabax verschwunden ist, so dass seine Gefährten ihn im Anschluss an die eigentlichen Hauptaktionen suchen. Die szenische Umsetzung ist in allen Teilen ausgezeichnet gelungen (Manuskript: Barbara Fenner, Regie: Thomas Karallus). Es macht Freude, dem Geschehen zu lauschen, ob man nun ohne Vorkenntnis der Hefte die Bilder vor seinem inneren Auge entstehen lässt oder auch die Comics vor sich liegen hat und die Handlung vergleicht. In jedem Fall wird die Fantasie angeregt, die man als Comicleser in großem Maße besitzt - zumindest als Leser von anspruchs- und niveauvollen Comics wie dem Mosaik!
Die einzelnen Episoden unterscheiden sich in ihrer Realisierung durchaus, es gibt sowohl handlungsbetonte Geschichten (z.B. „Der Götterbote”) als auch komische Abenteuer (wie „Falscher Verdacht”). In letzterem sind vor allem die sprechende Ratte und das „Hossarexos”-Zwischenspiel erwähnenswert. Hier und an weiteren Beispielen zeigt sich auch, dass kleine Einfügungen, z.B. neue mosaiktypische Namensschöpfungen, den Geschichten den besonderen Reiz verleihen, der zum Wiederhören und Neuentdecken anregt. Ungewöhnlich ist auf jeden Fall der angehängte „redaktionelle Teil”, wobei der Erzähler wie im Mosaikheft ein passendes populärwissenschaftliches Thema behandelt. Diese Texte sind auch dem Mittelteil der Hefte entnommen.
Die Stimmen der Abrafaxe (Kim Hasper, David Turba, Hannes Maurer) klingen nach kurzer Eingewöhnung akzeptabel. Durch die Stimmlage und die Dialoge wirken die Abrafaxe etwas kindlicher als in den Comicheften, was sicher der Zielgruppe von Kinderhörpielen entgegenkommt. Nicht anfreunden konnte ich mich mit der Stimme von Skrotonos (Henry König), die einen zu aufgesetzt künstlich-übertriebenen Charakter aufweist.
Allen Freunden der Abrafaxe sind die Hörspiele voll und ganz zu empfehlen, um die Comiczeichnungen durch „Die Macht der Worte” (das ist ein Zitat aus Episode 1 „Der Prozess”) zu ergänzen. Den letzten Worten des Erzählers „Wir hören uns wieder mit neuen Abenteuern...” ist also eigentlich nichts hinzuzufügen.

– Nur ein P.S. zum Marketing: Dass die interessierten Mosaik-Fans alles unternehmen, um Sammelobjekte zu bekommen, ist unbestritten. Wenn jedoch über die Hörspiele auch neue Kunden für die Abrafaxe-Comics gewonnen werden sollen (wie ich mal annehmen möchte), sind die langwierigen Suchvorgänge fehl am Platz (bei real sind die Audiokassetten samt Aufsteller nach einer Woche wieder verschwunden, bei Rossmann gab's nur Teil 1). Auch der Hinweis, Buchhandlungen könnten zur Bestellung der CDs/MCs überredet werden, ist in dem Sinne wenig hilfreich; den Weg zum MOSAIK-Shop finden neue Interessenten wohl kaum...